Videoinstallation, Masse variabel
Das Werk der international profilierten Künstlerin Marie José Burki (*1961, Biel) bewegt sich an der Schnittstelle von Video, Fotografie, Installation, Text und Sprache. In ihrem Schaffen untersucht sie, wie wir heute mit dem Überschuss an Bildern umgehen: Wie funktioniert unser Denken, wie lesen wir Bilder und welche Vorstellungen von Realität und Identität leiten wir daraus ab?
Die „Constellations“ (2012) verbinden sich Video und Fotografie. Wie der Titel suggeriert, treten verschiedene Bilder in unterschiedlichen Konstellationen miteinander in einen Dialog. Den Fixpunkt an der Wand bilden neun grossformatige Fotografien. Sie zeigen Ausschnitte von Gesichtern und Körperteilen, die im Video, das auf dem Monitor daneben gezeigt wird, ebenfalls auftauchen. Das Video ist eine Aneinanderreihung von Fotografien, bei denen die menschliche Figur im Zentrum steht. Neben Reproduktionen von Gemälden, wie etwa von Édouard Manet (1832 – 1883), handelt es sich um persönliche Aufnahmen und abfotografierte Zeitungsausschnitte aus dem Archiv der Künstlerin (2002 – 2012). Die Reihenfolge der Werke gehorcht Ähnlichkeitsaspekten – sei dies im Hinblick auf den gewählten Ausschnitt, die Physis, Mimik oder Haltung der Dargestellten oder auf Objekte, die sich wiederholen. Unser Sehen wird geschärft, indem verschiedene Körperteile der Personen in den Fokus genommen werden. Wir entdecken Details und schlagen Brücken zwischen den verschiedenen Bildern – ungeachtet des (historischen) Kontexts. Wir spüren unserer Wahrnehmung und damit unserer Konstitution von Identität nach.
Aargauer Kunsthaus, 2026