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Guido Nussbaum, Mikrophon, 1986
Öl auf Baumwolle, 92 x 155 x 2.2 cm
Aargauer Kunsthaus / Ankauf, 2000
Fotocredit: Jörg Müller, Aarau

Guido Nussbaum (*1948) studiert an der Kunstgewerbeschule Luzern gestalterische Plastik, Malerei und Fotografie. Anschliessend erwirbt er das Zeichenlehrerpatent und unterrichtet einige Jahre in seinem Heimatkanton Aargau. Als Künstler tritt er ab 1976 in Erscheinung.

Nussbaum bewegt sich in vielen unterschiedlichen Gattungen wie Malerei, Fotografie, Installation, Aktionskunst, Audio- und Videoarbeit sowie Kunst am Bau. Dabei zeugen seine Werke von einer hohen handwerklichen Fertigkeit und Präzision. Während einige Arbeiten als kritische Kommentare auf den Kunstmarkt zu lesen sind, lassen andere über Wahrnehmung und Kategorisierung von Malerei, Fotografie und Plastik nachdenken. Eine der motivischen Konstanten in seinem Œuvre ist das Selbstbildnis, respektive die Integration seiner Selbst als Künstlerfigur. Unter den Werken, die sich in der Sammlung des Aargauer Kunsthauses befinden, lassen sich einige Beispiele finden, in die er sich als Privatperson oder in seiner Rolle als Künstler einschreibt. Manchmal handelt es sich um ein fotografischen Ganzkörperbildnis, dann wieder um die Darstellung einzelner Körperteile, wie etwa der Stirn oder der gemalten Hand des Künstlers, die ein geschaffenes Bild zu Betrachtungszwecken in die Höhe hält.

Das fotorealistische Gemälde „Mikrophon“ (1986) scheint von einer künstlerischen Selbstinszenierung zunächst weit entfernt zu sein: Wir sehen lediglich ein Mikrofon vor rostbraunem Hintergrund. Technische Geräte und Apparate wie Bildschirme oder Tonbandgeräte in den Fokus zu rücken, hat in Nussbaums plastischem wie malerischem Schaffen Tradition. Die Tatsache, dass das Mikrofon hier bewusst in Richtung der Betrachtenden ausgerichtet ist, suggeriert allerdings, dass nicht vom alleinigen Objekt, sondern durchaus von einer menschlichen Präsenz ausgegangen wird. Doch wer genau wird in dieser Konstellation mitgedacht? Ist sie eine Einladung an das Publikum, selbst das Mikrophon zu ergreifen oder richtet sie sich an den Künstler selbst, der sich lieber malend als mit Worten ausdrückt? Was denken Sie?

Aargauer Kunsthaus, 2025

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