Fernsehapparat, Grossdia, Lichtorgel, Radio, 4 Glühbirnen, 53.5 x 59.5 x 43 cm
Das Werk «Fernsehabend» von Guido Nussbaum (*1948) zeigt den Künstler und seine Frau beim Fernsehschauen. Eine Gross-Dia der Beiden ist in einen alten Röhrenfernseher eingespannt. Glühbirnen hinterleuchten das Bild. Diese blitzen im Wechselspiel auf und werden dabei durch eine Lichtorgel von einem laufenden, aber nicht hörbaren Radio gesteuert. Dass Nussbaum sich selbst – zuweilen auch seine Frau – zu Protagonisten seiner Werke macht, ist ein bekanntes Vorgehen. Die dadurch entstehenden Selbstbildnisse und Porträts wirken stets unprätentiös – zeigen die Figuren in alltäglichen Kleidungen, Haltungen und Handlungen. „Fernsehabend“ macht die Betrachtenden zu Voyeurinnen und Voyeuren einer unaufgeregten, aber dennoch privaten Zweisamkeit. Auch wenn uns die Figuren im Kasten nicht direkt avisieren, findet eine Art Spiegelung unser selbst statt. Wir können uns in den alltäglichen Gesten wiedererkennen.
Im Gegensatz zu seinem malerisch umfangreichen Werk ist Guido Nussbaums Auseinandersetzung mit den Medien Video und Audio eher schmal, jedoch mehrschichtig. Neben bildlichen und klanglichen Inhalten berufen sich die Arbeiten oft auch auf eine stark skulpturale oder ästhetisch zeichenhafte Seite oder lassen über ihre Rolle als Träger von Information nachdenken.
Aargauer Kunsthaus, 2025